Presse-Spiegel

Wolfgang Amadeus Mozart - Die Zauberflöte

18. Januar - 27. Januar 2002
C.K. CONSULT CHRISTINE HÖLZ
Halle 6. Neumannstr. 2, 40235 Düsseldorf

 
   
 

Rheinische Post, 10.01.2002 

   

In einer ausgedienten Fabrikhalle proben Musikstudenten Mozarts Oper "Die Zauberflöte". Kunststudenten gestalten Bühne und Kostüme.

Pamina singt in der Fabrik

Düsseldorf (RP) "Alle einen Schritt nach rechts, und ihr glotzt den Mohr an", ruft Tobias Richter dem Chor zu. Also nochmal. "Der  böse Mohr verlangte Liebe", setzt Pamina wieder ein und zeigt vorwurfsvoll mit dem Finger auf Volkmar, der  den Mohren spielt. Prompt rückt die gesamte Gruppe dem Sänger einen Schritt näher auf den Pelz und verfolgt ihn mit Blicken, als er sich schamvoll in die Ecke verzieht. "Sehr gute Reaktion", lobt Richter. Dann eine erneute Anweisung an den Chor, als in einer anderen Szene Sarastro aus der Haut fährt: "Schritt zurück - oh, jetzt wird der Chef böse", illustriert der Generalintendant der Rheinischen Oper den Studenten ihre Rolle. "Sonst wird das keine Geschichte, sondern nur ein Bild."

Ob Bild oder Geschichte - bei der Probe von Mozarts Oper "Die Zauberflöte", welche die Robert-Schumann-Musikhochschule zusammen mit der Kunstakademie aufführt, fehlen an diesem Tag noch einige Teile. "Wo sind die Hocker? Wir brauchen die Dinger", ruft Richter. Für die Ausstattung - Bühnenbild, Kostüme, Requisiten  - sind die Kunststudenten verantwortlich.

Es sei noch nicht klar, woher das Geld dafür kommt, erklärt Leander Kresse dem Intendanten. Bevor das nicht geklärt ist, müssen einige der Priester eben auf einem umgedrehten Sprudelkasten Platz nehmen. Dafür können sie schon ihre Köfferchen aus bemalter Pappe in den Händen halten. "Wir wollten keine Originalrequisiten, sondern künstlerisch gestaltete, die etwas Märchenhaftes haben. Das Stück spielt ja auch in einer Traumwelt", sagt der Maler, der als Meisterschüler bei Markus Lüpertz studiert.

Zwei Chordamen, die Verena Hemmerlein aus der Bühnenbildklasse erspäht haben, wollen endlich wissen, was sie bei der Aufführung tragen werden. "Was gibt es denn für Kostüme, da rätseln wir schon seit Wochen."  Verena Hemmerlein klärt die beiden auf, und auch die  Sängerin der Pamina muss nicht mehr rätseln, weil sie nun das Kleid aus ungefärbtem Nesselstoff anprobieren muss. Die Farben der Kostüme werden erst entschieden, wenn das Bühnenbild fertig ist,erklärt die Studentin.

"Das ziehe ich nicht an"

Und wie klappt die Zusammenarbeit zwischen darstellenden und bildenden Künstlern? "Es gibt schon Stresssituation", sagt Leander Kresse. Eben deshalb, weil jeder seine Aufgabe gut machen will. Zum Beispiel weil die Künstler wollen, dass etwas optisch gut aussieht, aber die Sänger natürlich nicht wollen, dass das Kostüm zwickt. Dass ein Sänger sich geweigert habe - "das zieh ich nicht an" - das hätte es schon gegeben, erinnert sich Thomas Gabrisch, Leiter der Opernklasse, an vergangene Aufführungen. Aber das sei bei einer Oper nichts Ungewöhnliches. Die Arbeit auf der Bühne mit einem Regisseur sei ein gutes Training für den Beruf, betont Gabrisch. "Wer das später nicht schnell beherrscht, ist ruckzuck weg vom Fenster."

Die Aufführung in der ehemaligen Fabrikhalle ist daher für die Studenten auch eine gute Gelegenheit, sich zu präsentieren. Opern-Agenturen, die immer nach begabtem Nachwuchs Ausschau halten, verfolgen derartige Veranstaltungen mit Interesse. Eine Studentin, die bereits im vorigen Jahr auf der Bühne stand und diesmal auch als Pamina vorgesehen war, fiel nun aus. Seit Jahresbeginn hat sie ein Engagement  an einem Opernhaus.

                                                    Von SONJA SCHMITZ

Premiere: 18. Januar, 19.30 Uhr, Halle 6, Neumannstraße 2, Düsseldorf. Weitere Aufführungen am 19., 22., 23., 25., 27. Januar. Der Eintritt kostet zehn Euro. Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen.
 

 

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