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Ausstellung: |
Erinna König |
Trennschärfen. Arbeiten aus den letzten beiden Jahrzehnten. Das Massenprodukt wird zum singulären Erlebnis und damit zum Kunstgegenstand; ausgehend von einem Fundstück;
Darstellungsformen von Bildern: vom Tafelbild über den Flügelaltar, zum verglasten Bild, führt das Experiment weiter zum Bildobjekt, zur Wandskulptur. Radikale Ablehnung des Tafelbildes durch die 68er Kunstrevolte Demontage des
vermeintlich voraussetzungslosen Genius Künstler und des Wunderwerks Bild; ihre Kunst verweigert sich gängigen Erwartungen, reflektiert die kritische Auseinandersetzung mit Voraussetzungen und Grenzen des Bildes; der vielfach
verwendete Rahmen, oft mit vorgefundenen Materialien zum Objekt gepaßt, steht für die Grenzen des Bildes und deren Überwindung. Ihre Kunst spiegelt linke Aus- und Aufbruchskonjunktionen; die politische Radikalität dieser Zeit hat
sich nicht als Parole oder Aktion, sondern als radikale ästhetische Position behauptet, ohne eklektische Zugeständnisse an den Zeitgeist; deutlich wird dies an einer puristischen Materialästehtik, deren minimalistische Strenge die
Dinge selber wirken läßt, entschiedene künstlerische Position, kompromißlose Absage an das übliche Wahrnehmungsverhalten. Die Grenze zwischen Kunst und Wirklichkeit transparent zu machen, gelingt ihr, indem sie vorgefundenes
Material aus seiner funktionalen sowie zeitlichen Gebundenheit - herausrettet und in neue, aktuelle Zusammenhänge stellt. Ursprüngliche Bezüge bleiben erkennbar, bildet die Realität den Ausgangspunkt der Interpretation.
Alltagsgegenstände als Bestandteile eines Kunstwerks. Losgelöst von Leinwand, Ölfarbe, Pinsel oder Zeichenutensilien überwindet Erinna König die formalen und inhaltlichen Grenzen, welche die Kunstschaffenden mit dem gewohnten
Herstellungsprozeß ihrer Arbeiten im Laufe der Jahrhunderte ausgelotet haben. Ebenso wie die Leinwand, die durch ihre Ausmaße, ihre Struktur und Flächigkeit dem Künstler ihre Bedingungen vorgibt, negiert Erinna König die
Konditionen der dabei zur Verwendung kommenden Malmittel und wird damit in ihren Gestaltungsmöglichkeiten vollkommen frei. Ihre Kunstwerke überwinden somit einen reinen Abbildungscharakter und eröffnen dem Betrachter hinsichtlich
der verwandten Alltagsgegenstände völlig neue Sichtweisen. Das Massenprodukt wird dabei zum singulären Erlebnis und damit zu einem Kunstgegenstand, der sich einer Klassifikation zwischen Gemälde und Skulptur vordergründig entzieht.
Zugrunde liegt diesem Schaffen und Denken die radikale Ablehnung des Tafelbildes, welche erstmals Ende der 60 Jahre innerhalb eines gesellschaftlichen Wertewandels formuliert wurde, der im kulturellen Bereich einer
Kunstrevolution gleichkam. Angesichts eines sich immer stärker abzeichnenden Verlustes traditioneller Normen innerhalb der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts kann für Erinna König die Kunst demnach nicht mehr so aussehen, wie
sie die Vergangenheit hervorbrachte. Ihre Kunst beinhaltet demnach die Demontage des Genius Künstler und des Wunderwerks Bild und allen gängigen Erwartungen, die der Betrachter üblicherweise an künstlerischen Ausdrucksformen
stellt. Die Konzeptkunst Erinna Königs muß demnach bei jedem ihre Werke neu hinsichtlich der verwendeten Materialien und Materialität hinterfragt werden. Erinna König Öffnungszeiten: C.K. Consult Christine Hölz |
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